FRÄNKISCHE GRÜSSE Manchmal kommt Weihnachten ein kleines bisschen früher. Denn heute wird sich jemand aus unserem treuen Publikum besonders beschenkt fühlen, geht doch der Musikgruß des 20. Kalendertürchens auf seine Anregung zurück. Er empfahl, in den reichen Schatz der fränkischen Weihnachtslieder zu schauen und daraus ein Lied auszuwählen. Das ließ sich Frauenkirchenkantor Matthias Grünert, selbst gebürtiger Franke, nicht zwei Mal sagen. Und so lässt er uns den Chor der Frauenkirche heute zurufen: »Ein Lied lasst uns jetzt singen«. Die eingängige Melodie stammt vom Komponisten und Kapellmeister Johann Caspar Aiblinger (1779-1867), der Text vom Schriftsteller und Publizisten Guido Moritz Görres (1805-1852). Freudig berichtet das um 1888 entstandene, schlicht und wiegend gehaltene Lied von Jesu Geburt und dem Besuch der Hirten und heiligen drei Könige. Eigens für den Klingenden Adventskalender hat Matthias Grünert eine neue Chorfassung geschaffen – einen Satz, der den ursprünglichen Charakter bewahrt, aber mit dem warmen Klang des Chores der Frauenkirche und dem zarten Spiel der Harfenistin Nora Koch einen ganz eigenen Zauber entfaltet. Herzlich grüßen wir nach Süddeutschland und hinaus in alle Welt. Möge Ihnen dieses Türchen ein Lächeln schenken und ein bisschen Weihnachtsvorfreude ins Herz tragen. --- Ein Lied lasst uns jetzt singen Ein Lied lasst uns jetzt singen von freudenreichem Klang, vom heil‘gen Christuskinde, vom himmlischen Gesang. Von Fürsten, Gold und Myrrhen und Flöten armer Hirten. Ein Stern ging auf im Osten; drei König sahen ihn. Sie hatten treu gespähet, bis endlich er erschien. Sie sah'n so hell noch keinen und mussten freudig weinen. Sie dankten Gott und sprachen: Ein End‘ hat nun die Nacht, die Sonne ist erschienen auf die wir lang gewacht. Das Licht vom Licht gibt Kunde: Die ist die Weihnachtsstunde. Bei einem armen Stalle da hielt das Sternelein; auch Hirten spielen Flöten, und Engel singen drein. Das Kind, dem Welten dienen, im Kripplein liegt's vor ihnen. Und ihre besten Schätze, die brachten froh sie dar, den Weihrauch und die Myrrhen, das Gold so hell und klar und alles dies zum Zeichen, dass sie ihm seien eigen. Die Fürsten fielen nieder und beugten sich gar tief, vor ihm, der uns vor Liebe dort in der Krippe schlief; und ließ des Himmels Freuden, um an dem Kreuz zu leiden. --- Matthias Grünert (*1973) Ein Lied lasst uns jetzt singen (Fränkisches Weihnachtslied) Harfe: Nora Koch Chor der Frauenkirche Leitung: Frauenkirchenkantor Matthias Grünert